Gegenwartsgeschichte Italiens



Es war der Herbst des Jahres 1922 an dem Rom erneut dem Größenwahn anheim fallen sollte. Rom, der Kern des einstigen römischen Reichs, lag erneut in Euphorie als Benito Mussolini am 30.Oktober Luigi Facta als neuen Ministerpräsidenten absetzte und die 50.000 bis 70.000 versammelten Anhänger der faschistischen Partei herrschend durch die Stadt paradierten. Mussolini, in seinem Bestreben, das römische Imperium wieder aufleben zu lassen, stürzte Italien jedoch lediglich in ein weiteres Kapitel des gesellschaftlichen Zerfalls: dem Faschismus. Unter der Bezeichnung "Duce" (Führer) regierte er das Land unter Repression jeglicher Opposition, einer tiefgreifenden chauvinistische Propaganda und einer starken Tendenz zum Militarismus.

Nachkriegsjahre



Mit der Niederlage im Zweiten Weltkrieg verlor Italien sämtliche Kolonien und hatte erhebliche Gebietsabtretungen an die Nachbarstaaten zu leisten, wodurch sich die politische Präsenz Italiens auf inländische Belange beschränkte. Dennoch waren die Nachkriegsjahre Italiens stark von Optimismus und einem wirtschaftlichen Aufschwung geprägt. Letzter findet sich in den Geschichtsbüchern des Landes unter der Bezeichnung miracolo economico. In ähnlicher Weise wie Westdeutschland leitete der Wiederaufbau des Landes einen Wirtschaftsboom und einen immensen gesellschaftlichen Wandel ein. Besonders die kulturelle Öffnung, durch Immigration und zunehmende Demokratisierung sind wichtige historische Entwicklungen.

Neuzeit



Geprägt von einer starken Herrschaft der Medien und Konzerne auf der einen Seite sowie der stillen Dominanz der italienischen Mafia auf der anderen Seite, begab sich die italienische Politik jedoch weit in die Fänge der Korruption und des Populismus. Historische Wendepunkte waren dabei die Aufklärung des Korruptionsfalles Tangentopoli, welcher einen Wechsel der politischen Elite des Landes einleitete. Großen Einfluss auf das politische Geschehen nahm ebenfalls die europäische Währungskrise des Jahres 2009, welche letztlich dem populistischen Regierungsstil des damaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconis Einhalt gebot. Seit 2011 regiert ein Kabinett aus Technokraten unter der Leitung Mario Montis und sorgt für eine finanzielle wie kulturelle Neustrukturierung des Landes.